US-Boy Young über Anfänge, Wechsel und Bezugspersonen

    Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen startet am Samstag in die neue Saison. RS hat mit Isaiah Young gesprochen. Hier der erste Teil des Interviews.
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    Seit Oktober 2020 steht Isaiah Young bei Rot-Weiss Essen unter Vertrag. In seiner ersten Saison entwickelte sich der US-Amerikaner direkt zum Stammspieler und wurde mit dem Traditionsverein von der Hafenstraße Vizemeister. Auch in den DFB-Pokal-Duellen gegen Fortuna Düsseldorf (3:2), Bayer 04 Leverkusen (2:1 n.V.) und Holstein Kiel (0:3) lief der pfeilschnelle offensive Außenspieler von Beginn an auf.


    Trotzdem wurde der 23-Jährige wegen seiner ausbaufähigen Chancenverwertung von einem Teil der eigenen Fans durchaus kritisch beäugt. Doch Young ließ sich nicht unterkriegen und konnte seinerseits mit viel Einsatz, Siegermentalität und Tempodribblings überzeugen.

    In der diesjährigen Sommervorbereitung entdeckte der in New Jersey geborene Flügelflitzer sein Torjäger-Gen und erzielte gegen Kickers Offenbach (4:1) und den Drittligisten SC Verl (4:4) jeweils den Führungstreffer und gehörte zu den Aktivposten in der Essener Offensive.



    In Teil eins spricht “Isi“, wie er von seinen Mitspielern genannt wird, über seine Anfänge in den Vereinigten Staaten, den Wechsel nach Deutschland und seine größten Bezugspersonen bei RWE:

    Isaiah Young, seit Oktober 2020 spielen Sie für Rot-Weiss Essen. Wegen den Geisterspielen konnten Sie aber nie wirklich den Fans bekannt gemacht werden. Deswegen wollen wir Sie vorstellen. Zunächst eine allgemeine Frage: Wann haben Sie in Amerika mit Fußball begonnen?

    Ich war drei oder vier Jahre alt. Meine Eltern hatten mich eigentlich gefragt, ob ich Basketball spielen möchte. Allerdings hat sich das nicht ergeben. Meine Mutter und mein Vater haben dann gesagt, dass ich mit Fußball anfangen kann. Es hat mir direkt viel Spaß gemacht und ich war auch ziemlich gut.

    Bis 2017 haben Sie in Ihrem Heimatland gespielt, ehe der Wechsel zu der U19 von Werder Bremen folgte. Danach haben Sie dort in der U23 gespielt. Wie kam der Wechsel nach Deutschland zustande?

    In meiner letzten Saison in den USA habe ich in Florida ein Turnier gespielt. Ein Scout von Werder Bremen hat mich gesehen und mir ein dreiwöchiges Probetraining angeboten. Nach fünf Tagen habe ich dann dort einen Vertrag unterzeichnet. Der Entschluss, die USA zu verlassen, war nicht einfach. Ich wollte diese Chance aber nutzen, auch wenn ich ganz alleine und ohne meine Familie nach Deutschland gekommen bin. Das erste halbe Jahr habe ich bei der U19 gespielt. Die Anfangszeit war etwas schwer, weil ich kein Deutsch sprechen konnte. Es war aber ein Spieler aus Ghana bei Bremen. Das hat die Situation für mich einfacher gemacht. Nach der Saison habe ich direkt bei der U23 in der 3. Liga gespielt. Die 3. Liga bedeutet Profifußball. Ich habe viel gelernt und direkt gemerkt, dass ich auf dem Niveau spielen kann.

    Zu Beginn der Saison 2019/20 wurden Sie an den belgischen Klub Royale Union Saint Gilloise ausgeliehen.

    Genau. Der Verein hat in der zweiten belgischen Liga gespielt. Wir haben in der Vorbereitung interessante Testspiele gegen Club Brügge oder Standard Lüttich bestritten. Gegen Brügge erzielte ich sogar ein Tor. Ich habe gesehen, dass ich da mithalten kann. Es lief richtig gut. Leider wurde mir eine Woche vor dem ersten Liga-Spiel mitgeteilt, dass die ausländischen Spieler noch nicht spielberechtigt waren, weil organisatorische Sachen geklärt werden mussten. So habe ich die ersten Partien verpasst. Die Mannschaft hat es zu Saisonbeginn gut gemacht. Deswegen war es für mich schwer, wieder Fuß zu fassen. Ich war glücklich für das Team, aber wollte natürlich auch selbst spielen. Die Saison war schwer für mich und dann kam noch die Situation mit Corona.

    Es folgte die Rückkehr zu Werder Bremen II. Im Oktober 2020 wurden Sie von Rot-Weiss Essen verpflichtet.

    Mein erster Kontakt zu Rot-Weiss Essen kam über Jörn Nowak zustande. Dann habe ich mir das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf II vor dem Live-Stream angeschaut. Damals waren 5000 Fans im Stadion. Ich habe mir gedacht: Das ist nicht normal für die Regionalliga. Mir war direkt klar, dass ich zu RWE wechseln möchte. Auch die Qualität in der Mannschaft hat mich sofort überzeugt. Nach einem Jahr kann ich sagen, dass ich noch nie in einem Team gespielt habe, wo alle Spieler so eine gute Persönlichkeit haben und wirklich tolle Menschen sind. Ich kann mit jedem reden. Das macht mich glücklich.

    Sie sagten bereits, dass Sie gut aufgenommen wurden bei RWE. Welche Mannschaftskollegen sind die größten Bezugspersonen?

    Ich komme in der Mannschaft mit allen Spielern klar. Cedi (Cedric Harenbrock, Anm. d. Red), Sandro Plechaty oder Daniel Heber sind da nur wenige Beispiele. Viele Spieler haben mir in der Anfangszeit geholfen. Ich bin eine Person, die immer fragt und lernen möchte. Vor allem Dennis Grote stelle ich viele Fragen. Er ist unser Kapitän, hat bereits in der Bundesliga gespielt und besitzt sehr viel Erfahrung. Dennis ist 35, aber spielt wie 25. Er ist ein sehr guter, intelligenter Spieler. In der letzten Saison ist er auf mich zugekommen und hat gesagt: ‘Es ist nicht schlimm, wenn du kein Tor machst. Das Positive ist, dass du es immer wieder versuchst. Irgendwann kommen dann auch die Resultate‘. Das hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben.

    Info: In Teil zwei des Doppel-Interviews spricht Isaiah Young über die letzte Saison, seine persönlichen Leistungen und die Ziele für die anstehende Spielzeit. Dazu richtet er eine Nachricht an die RWE-Fans.


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    Young bedankt sich bei den RWE-Fans

    Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen fiebert dem Saisonstart beim Bonner SC entgegen. Hier folgt Teil zwei des Interviews mit Flügelflitzer Isaiah Young.
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    Im zweiten Teil des Interviews spricht RWE-Außenstürmer Isaiah Young mit RevierSport über die letzte Saison, seine persönlichen Leistungen und die Ziele für die anstehende Spielzeit. Dazu richtet er eine Nachricht an die Fans von Rot-Weiss Essen.


    Isaiah Young, in Ihrer ersten Saison bei Rot-Weiss Essen wurde die Mannschaft mit 90 Punkten Vizemeister in der Regionalliga und zog ins DFB-Pokal-Viertelfinale ein. Wie würden Sie rückblickend die letzte Spielzeit bilanzieren?

    Wir haben eine sehr gute Saison gespielt, aber in der Liga leider auch ein paar Spiele nicht gewonnen. Das gehört aber zum Fußball. Man kann nicht jede Partie gewinnen. Trotzdem haben wir 90 Punkte geholt. Aber: Dortmund hat es auch gut gemacht. Eine positive Sache war, dass wir immer an uns geglaubt haben. Das war ein Grund, warum wir so gut im DFB-Pokal waren. Gegen Leverkusen haben wir gesehen, wie viel Qualität der Gegner hat. Wir hatten aber trotzdem unsere Tor-Chancen und konnten sogar gewinnen. Das hat uns gezeigt, was wir leisten können.

    Sie haben in der Regionalliga zwei Tore erzielt und sechs vorbereitet. Waren Sie zufrieden mit den eigenen Leistungen oder gibt es noch Verbesserungspotenzial?

    Ich habe viel Videoanalyse gemacht und glaube, dass ich in den Spielen einige gute Sachen gezeigt habe. Viele Dribblings, wichtige Pässe vor einem Tor und auch die Arbeit in der Verteidigung. Ich denke, dass mein Tempodribbling eine starke Qualität von mir ist. Im Fußball ist es aber auch wichtig, dass die Statistik stimmt. Damit war ich nicht zufrieden. Ich bin aber nie zufrieden. Auch wenn ich zehn Tore gemacht hätte, kann man sich immer verbessern und weitentwickeln. Das ist auch mein Ziel für die nächste Saison.

    In welchen Bereichen können Sie sich noch weiterentwickeln?

    Ich muss vor dem gegnerischen Tor ruhiger werden und mich in diesem Bereich weiterentwickeln. Mein erster Kontakt und mein Passspiel sind schon besser geworden. Ich lege auch abseits vom Trainingsbetrieb Extraschichten ein. In der letzten Saison habe ich bereits mit einem Personaltrainer gearbeitet. Für mich ist aber das Wichtigste, dass die Mannschaft Erfolg hat. Wenn ich kein Tor schieße, wir dafür aber gewinnen, bin ich zufrieden. Meine Priorität ist, dass ich dem Team helfe.

    In der diesjährigen Sommervorbereitung haben Sie gegen Kickers Offenbach und den SC Verl jeweils den Führungstreffer erzielt. Am Samstag steht dann das erste Liga-Spiel beim Bonner SC an. Was erwarten Sie beim Saisonauftakt für einen Gegner?

    Kein Spiel ist für uns einfach. Jeder Gegner gibt immer 200 Prozent gegen uns. Wichtig ist, dass wir gegen einen wahrscheinlich tief stehenden Gegner ruhig und geduldig bleiben. Es freut mich, dass die Liga endlich wieder losgeht. Wir wollen natürlich die Partie gewinnen und gut in die Saison starten.

    Das Ziel mit der Mannschaft wurde klar kommuniziert und dürfte eindeutig sein, oder?

    Das stimmt. Unser Hauptziel ist, in die 3. Liga aufzusteigen. Wir haben in der letzten Saison gezeigt, dass wir in unserer Mannschaft die Qualität dazu haben.

    Abschließende Frage: Welche Nachricht möchten Sie an die Fans von Rot-Weiss Essen richten?

    Ich gebe immer alles für den Verein und will jede Partie gewinnen. Von der ersten bis zur letzten Minute gebe ich 200 Prozent. Viele RWE-Fans haben mir gutes Feedback gegeben und mich angeschrieben. Das freut mich sehr. Zu diesen Fans möchte ich sagen: ‘Danke, ihr habt mein Selbstvertrauen gestärkt‘. Ich habe generell kein schlechtes Selbstvertrauen, aber positive Nachrichten tun immer gut. Bei den Fans, die mich teilweise kritisieren, möchte ich mich ebenfalls bedanken. Ich bin niemals sauer auf unsere Fans, sondern bekomme dadurch Motivation, um mich weiter zu verbessern und an meinen Fehlern zu arbeiten.





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